Durch den Klimawandel sind auch im Bezirk Horn ein früherer Vegetationsbeginn und längere Trockenperioden mit höheren Temperaturen feststellbar. Gemeinsam mit der Veränderung des Waldbildes nach der Borkenkäferkalamität ist mit einem erhöhten Waldbrandrisiko zu rechnen.
Um den Blaulichtorganisationen ein taugliches Hilfsmittel zur Waldbrandbekämpfung in die Hand zu geben, wurde durch die Forstbehörde der Bezirkshauptmannschaft Horn der Waldfachplan „Strategische und operative Einsatzplanung zur Brandbekämpfung im Bezirk Horn“ initiiert.
Der Gemeindeverband für Abfallwirtschaft und Abgaben im Verwaltungsbezirk Horn (kurz Gemeindeverband Horn) tritt als Förderwerber auf und wird Ausschreibung, Vorfinanzierung und Förderung abwickeln. Die Projektkosten werden nach Vorleistung zu 100 % gefördert. Die Förderungsabwicklung erfolgt über die Förderschiene „Waldfonds“ des Landes NÖ.
Einen wichtigen Bestandteil bildet dabei die Mitarbeit der Feuerwehren des Bezirkes. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren werden seitens der Bezirkshauptmannschaft gebeten, die Durchführung von Erhebungen für die Erstellung eines Waldfachplanes für die Einsatzplanung zur Waldbrandbekämpfung zu übernehmen. Diese Erhebungen haben nach einer Schulung durch den bestbietenden Ziviltechniker bei Tageslicht, mit Feuerwehrfahrzeugen und in Uniform zu erfolgen.
Die Karten werden sowohl auf Papier als auch digital erstellt und sind deshalb sowohl für die Einsatzleitung vor Ort als auch für übergeordnete Stäbe gut nutzbar. Die Karten können auch bei anderen Einsätzen (bspw. Personensuche) genutzt werden. Sie werden allen Blaulichtorganisationen im Bezirk für den internen Gebrauch zur Verfügung gestellt.
„Ziel dieser Waldfachpläne ist es, dass bei Waldbränden sofort klar ist, wo und mit welchen Fahrzeugen zu Brandherden vorgerückt werden kann“, erläutert Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Christian Angerer.
„Einsatzszenarien machen nicht an Gemeindegrenzen halt. Deshalb ist es wichtig, dass diese Pläne alle Gemeinden des Bezirkes einbinden“, bedankt sich der Bezirkshauptmann von Horn, Mag. Stefan Grusch, bei den Feuerwehren und Gemeinden des Bezirkes, sowie dem Gemeindeverband Horn für die umfangreiche Zusammenarbeit.
Er betont weiters, dass die Bezirkshauptmannschaft in einem Katastrophenfall alle eingesetzten Einsatzkräfte koordiniert. Aktuelle und detaillierte Einsatzpläne sind dabei für eine professionelle Stabsarbeit unerlässlich.
Einige Eckpunkte des beeindruckenden Projektes:
Das Projektgebiet umfasst den Bezirk Horn mit 20 Gemeinden und einer Gesamtfläche von 78.396 Hektar, davon stellen 22.350 Hektar Waldflächen dar.
98 Feuerwehren werden die Vor-Ort Erhebungen durchführen.
Im Zuge des Projektes werden Wege, Umkehrplätze und Fahrhindernisse aufgenommen, sowie Hubschrauberlandeplätze, Wasseraufnahmestellen, Lotsen- und Bereitstellungspunkte definiert.