Ehemaliger evangelischer Superintendent Gustav Reingrabner verstorben


Er gestaltete große historische Ausstellungen im Höbarthmuseum und verfasste zwei Bände zur Stadtgeschichte Horns. Gustav Reingrabner, 1975-1994 Superintendent im Burgenland und 1990-2005 Ordinarius für Kirchenrecht an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität in Wien, war auch eng mit der Stadt Horn verbunden. Er beschäftigte sich schon in jungen Jahren, obwohl im Burgenland wohnhaft, mit der Geschichte Horns zur evangelischen Zeit im 16. und 17. Jahrhundert. Ab den 1980er Jahren wurde sein Engagement für die Geschichte Horns intensiver. In den Jahren 1990, 1991 und 1995/1996 hat Reingrabner im Horner Museum als wissenschaftlicher Ausstellungsleiter drei großen historische Ausstellungen konzipiert, dazu erschienen auch umfangreiche Ausstellungskataloge. Die Sonderausstellung „Zwischen Herren und Ackerleuten – Bürgerliches Leben im Waldviertel zwischen 1500-1700“ war mit fast 14.000 Besuchern die bisher erfolgreichste Ausstellung im Museum Horn.

Es folgte im Jahr 2000 die Dauerausstellung „Als man um die Religion stritt... Reformation und Katholische Erneuerung im Waldviertel 1500-1660“, die in der Bürgerspitalskapelle des Museums bis heute gezeigt wird. Im Jahr 2008 jährte sich zum 400. Mal die Unterzeichnung des „Horner Bundes“, als 166 evangelische Adelige sich zur Verteidigung ihrer Interessen und Rechte gegenüber dem katholischen Landesherren Matthias in Horn versammelten. Wieder gestaltete Reingrabner als wissenschaftlicher Ausstellungsleiter mit einem kleinen Team (Erich Dell'mour, Toni Kurz und Erich Rabl) eine historische Sonderausstellung mit vielen Originalobjekten und mit einem Katalog. 

Des Weiteren verdankt die Stadt Horn Reingrabner einen Stadtmauernführer, von dem zwei Auflagen gedruckt wurden. Schließlich gelang es Reingrabner – aus seiner Feder liegen über 600 Publikationen vor – im hohen Alter seine Forschungen über Horn zusammenzufassen und zu ergänzen: Im Jahr 2022 erschien in zwei Bänden – 961 Seiten, reich illustriert – sein monumentales Werk „Die Stadt Horn von den Anfängen bis zum Dreißigjährigen Krieg“.

Gustav Reingrabner, 1936 in Wien geboren, starb am 14. Februar 2025 in Kittsee/Burgenland im 89. Lebensjahr. Erich Rabl, Leiter des Stadtarchivs Horn: „Gustav Reingrabner hat sich um die Erforschung der Geschichte Horns und um das Museum Horn außerordentliche Verdienste erworben.“ Reingrabners Wirken wurde von der Stadtgemeinde Horn mit der Verleihung der Ehrenplakette und des Kulturpreises gewürdigt.

 


Ehemaliger evangelischer Superintendent Gustav Reingrabner verstorben, 17.02.2025