Horn beschließt Klimaschutz-Maßnahmenplan

„Klimawandel“ ist das das Schlagwort des dritten Jahrtausends. Zeitungen, Reportagen, Politikerreden berichten täglich über die Auswirkungen, gegenseitigen Schuldzuweisungen und einer anbahnenden Katastrophe. Seltener findet man Möglichkeiten, wie man das Tempo der Klimawende reduzieren kann. Die Stadtgemeinde Horn sieht nicht weiter zu und setzt deshalb auf konkrete eigenständige Projekte, wie die Natur und die Umwelt geschützt werden können.


„Die Stadtgemeinde Horn bekennt sich schon seit Jahren aktiv zum Klimaschutz“, sagt Bgm. LAbg. Jürgen Maier. „Wir handeln und werden mit unserem umfassenden Klima- und Umweltschutzprogramm eine bedeutende Vorbildfunktion für viele andere Gemeinden übernehmen!“ Gemeinsam mit Umweltgemeinderat Wolfgang Welser hat der Bürgermeister einen Punkteplan erstellt, der in der Oktober-Sitzung des Horner Gemeinderates als Grundsatzbeschluss genehmigt wurde. Zur Umsetzung stehen nun folgende Themen:

  1. Horn startet das Programm der 1000 Bäume. Die Zahl der Schattenspender soll auf öffentlichen Flächen bis zum Jahr 2025 nahezu verdoppeln. Für die Innenstadt werden spezielle neu entwickelte Baumtröge angekauft, damit auch hier Bäume verstärkt im Stadtbild Platz finden.  Interessierten Hornerinnen und Hornern sowie Unternehmen soll auch die Möglichkeit einer ,,Baumpatenschaft“ eingeräumt werden.
  2. Horn investiert in den nächsten 2 Jahren EUR 500.000,- in Photovoltaikanlagen. Auf den Dächern der Gemeindewohnhäuser am Altbachweg, Ahornweg und in der Raabser Straße, der Mittelschule sowie in zwei Brunnenschutzgebieten soll mit dem Bau von Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von insgesamt 400 KWp begonnen werden. Das entspricht einer Einsparung von 126 Tonnen CO2/Jahr bzw. stellt das Ausmaß einer Kohlendioxid-Senkung durch 4.328 Bäumen dar. Durch eine anzustrebende hohe Eigenabnahme ist diese Investition neben ihrer Klimarelevanz auch steuergeldschonend.
  3. Horn bekennt sich zum Wasserschutz und tritt für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt ein.

-      Durch viele versiegelte Flächen fließt immer mehr Wasser durch Kanäle ab und ist so für den Wasserhaushalt weitgehend verloren. Sinnvolle Maßnahmen wie Regenauffangbecken in jenen städtischen Bereichen, wo die Stadt über ein Kanal-Trennsystem verfügt, sollen das Wasser in der Region halten.

-      Begrünte Dächer binden Wasser und sind damit doppelt klimafreundlich. Die Stadtgemeinde Horn wird künftig auf begrünte Dächer sowie auf begrünte Fassaden setzen und die Möglichkeit der Umsetzung bei jedem gemeindeeigenen Gebäude prüfen. Weiters soll der Finanzausschuss ein entsprechendes Fördermodell als Anreiz von begrünten Dächern für private Haushalte erarbeiten und dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorlegen.

  • Zigarettenstummel verunreinigen unzählige Liter Wasser und sind nicht biologisch abbaubar. Allzu oft werden diese achtlos auf der Straße entsorgt. Durch eine Kampagne und das Anbringen von Aschenbechern an Laternen in der Innenstadt soll das Ausmaß der Verunreinigung den Raucherinnen und Rauchern bewusst gemacht und sie zu einem Umdenken bewegt werden.
  1. Horn bekennt sich zur Vermeidung von Plastik. Wie in der Sitzung des Gemeinderates vom 17. 12.2018 bereits als Resolution an die Bundesregierung beschlossen, wird die Stadtgemeinde Horn in ihrem eigenen Einflussbereich Maßnahmen setzen, um den Verbrauch von Plastik einzudämmen. Es soll die Möglichkeit geprüft werden, dass die Gemeinde und/oder der Gemeindeverband des Bezirkes Horn jedem Horner Haushalt Mehrwegeinkaufstaschen bzw.  Mehrweg-Obstsäckchen zur Verfügung stellt. Weiters soll das Angebot des Gemeindeverbandes Horn zur Ausstattung von ,,Plastikfreien Veranstaltungen“ ausgebaut werden.
  2. Horn ist eine Stromspargemeinde. Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Leuchtmittel soll weiter vorangetrieben werden. Bei jeder Neuanschaffung von Fahrzeugen soll verpflichtend ein Vergleich zum Ankauf eines vergleichbaren Fahrzeuges mit E-Antrieb angestellt werden. Die Anzahl der E-Ladestationen für Kraftfahrzeuge soll in den nächsten 2 Jahren verdoppelt werden.

Im Bereich der Radfahrinfrastruktur sollen E-Ladestationen in der Innenstadt, im Bereich des Krankenhauses sowie bei den Schulen Platz finden, eine entsprechende Vereinheitlichung und Modernisierung von Radabstellplätzen erfolgen und an verkehrstechnisch stark frequentierten Bereichen Fahrradspuren für Sicherheit sorgen.

Bei allen gemeindeeigenen Gebäuden wird die Umrüstung auf LED-Leuchtmittel bis spätestens zum Jahr 2025 erfolgen.

  1. Horn tritt der Initiative ,,Klimabündnis-Gemeinde“ bei, ein entsprechender Gemeinderatsbeschluss wird vom Umweltausschuss vorbereitet.
  2. Horn setzt auf Bürgerbeteiligung auch in Sachen Klima- und Umweltschutz.

Neben der bereits umgesetzten PV-Anlagen mit Bürgerbeteiligung und der angestrebten Möglichkeit für Baumpatenschaften für Private und Firmen soll ein „klima- und Umweltschutzforum der Stadtgemeinde horn“ gegründet werden, an dem jede Hornerin und jeder Horner teilnehmen kann. Die dort erarbeiteten Ideen, Vorschläge und Anregungen sollen verpflichtend einer Beratung im Umweltausschuss unterzogen und nach Prüfung ihrer Sinnhaftigkeit und Maßgabe der budgetären Mittel auch umgesetzt werden.

 

Für sämtliche Maßnahmen wird die Verwaltung damit beauftragt, die bestmögliche öffentliche Fördermöglichkeit von Europäischen Institutionen, dem Bund oder dem Land NÖ zu eruieren. Bürgermeister LAbg. Jürgen Maier sieht mit diesem Klima- und Umweltschutzprogramm nicht nur eine Vorbildfunktion für andere Gemeinden sein, sondern möchte auch Privatpersonen zum Umdenken bringen: „Ich bin mir sicher, dass wir durch dieses Programm auch unsere Bürgerinnen und Bürger zu einem besseren Umgang mit unserer Umwelt motivieren. Bei Fragen stehen wir ihnen natürlich jederzeit mit Rat und Tat und der bestmöglichen Unterstützung zur Verfügung!“


Horn beschließt Klimaschutz-Maßnahmenplan, 06.11.2019